In den ersten Lebensjahren ihres Kindes wird der Grundstein für die spätere Bindung- und Bildungsfähigkeit gelegt. Die Schaffung von Vertrauen, Geborgenheit und Sicherheit macht Kinder selbstbewusst und unterstützt deren ungestörte Entwicklung.
Eingewöhnung
In erster Linie ist es mir wichtig, dass Ihr Kind gerne zu mir kommt und sich sicher und geborgen fühlt. Das wichtigste Fundament für eine vertrauensvolle und enge Bindung ist eine schonende und sanfte Eingewöhnungsphase. Diese wird in enger Zusammenarbeit mit Ihnen stattfinden. Als Leitfaden für die Eingewöhnung richte ich mich an das Partizipatorische Eingewöhnungsmodell. Das Hauptanliegen des Modells ist es, Kindern und Eltern einen stressfreien, sanften Übergang in die Kindertagespflege zu ermöglichen.
Das Partizipatorische Modell empfiehlt hierfür sieben Phasen der Eingewöhnung, die ich Ihnen kurz erläutern möchte:
1. Phase
Wichtige Anmerkung/Empfehlung:
Bitte geben Sie Ihrem Kind die Zeit, die es braucht, um sich an die neue Situation zu gewöhnen. Beginnen Sie nach Möglichkeit nicht zeitgleich mit der Berufstätigkeit und fahren nicht direkt im Anschluss der Eingewöhnungsphase in den Urlaub. Seien Sie bitte pünktlich, wenn Sie Ihr Kind abholen. Es signalisiert Verlässlichkeit und schafft Vertrauen.
Um Ihr Kind schon im Vorfeld etwas besser kennenzulernen würde ich mich freuen, wenn Sie mir einige Infos über Ihr Kind in Form eines Portfolios mit einigen Vorlieben wie z.B. Lieblingsessen, Lieblingsspielzeug, Einschlafrituale usw. mitteilen könnten.
"Lass mir Zeit und gib mir Raum" (Emmi Pikler)
Leitziele für meine Arbeit mit Kindern
"Jedes Kind braucht seinen Fähigkeiten entsprechend angemessenen Raum; allerdings immer groß genug, den nächsten Entwicklungsschritt zuzulassen".
In meiner Tagespflegestelle möchte ich nach dem Leitsatz von Emmi Pikler den Kindern ein selbstbestimmtes Spielen ermöglichen. Die Kinder haben die freie Wahl hinsichtlich des Spiel- und Lerngegenstandes, der Dauer der Tätigkeit, seinem Arbeitstempo und ob es alleine oder mit anderen Kindern spielen möchte. Es kann sich auch einfach ausruhen oder den anderen Kindern beim Spielen zusehen.
Mein Konzept orientiert sich am Hessischen Bildungs- und Erziehungsplan für Kinder. Darin werden die Förderungen der einzelnen Kompetenzen für Kinder zwischen 0 und 10 Jahren beschrieben.
Persönlichkeitsentwicklung / Selbstständigkeit
Die Kleinen unter uns beschäftigen sich in der Anfangszeit noch eher mit dem eigenen -ICH- Wer bin ich? Was bin ich? Was kann ich alles schon? Für manchen Erwachsenen schon in Vergessenheit geraten, aber für die Kleinen ein Meilenstein, wenn sie entdecken, dass sie z.B. mit den Händen klatschen und selbst einen großen Einfluss darauf ausüben können. Bei derartigen Entdeckungen dabei sein und mitfiebern, dem kindlichen Tun ganz viel positive Bestärkung entgegenbringen, mit viel Einfühlungsvermögen auf die Stärken und Schwächen meiner kleinen "Krabbelkäfer" eingehen, das ist mein Bestreben.
Die Nähe und das große Vertrauen, welches die Kinder mir schenken, gibt ihnen die Sicherheit, sich auszuprobieren, neues zu entdecken und über sich hinauszuwachsen. Sie werden so von Tag zu Tag selbstständiger. Meine Aufgabe ist es nur noch, ihnen immer wieder neue interessante Herausforderungen zu bieten.
Förderung der sozialen Fähigkeiten
Die Fähigkeiten aufeinander zu achten, Gefühle zu erkennen, Rücksichtnahme und Konfliktfähigkeit, teilen zu üben, zu trösten und Trost anzunehmen, miteinander zu reden und zuhören ist der Basisbaustein, den ich spielerisch den Kindern vermitteln möchte. Nichts ist wichtiger und unumgänglicher als das Miteinander.
Das tägliche Spielen, der Morgenkreis, sowie das Lesen und Vorlesen von Büchern, Musik hören und Rollenspiele unterstützen mich dabei, den Kindern, die Kompetenzen zu vermitteln, die sie für ihren Alltag in der Gemeinschaft benötigen.
Freude am Lernen
Kinder verfügen über ein unerschöpfliches Maß an Neugierde. Ich möchte sie nutzen, um die Kinder für all die schönen Dinge, die es zu entdecken gibt, zu sensibilisieren!
Musik: Mein eigenes Interesse an der Musik möchte ich den Kindern weitergeben. Wir singen viel, bewusst oder unbewusst je nach Situation. Vielleicht beim Spazieren gehen, beim Kochen oder Backen oder einfach aus der Laune heraus. Mit den ganz Kleinen kann man sogenannte "Kniereiter" oder Fingerspiele machen. Es ist spannend, eigene Musik mit Glocken, Rasseln, Schüsseln, Töpfen und Kochlöffeln zu machen oder Gehörtes damit zu untermalen. Die Musik fördert die Gehörbildung, die Motorik, die Sprachentwicklung und das Rhythmusgefühl.
Sprache: Mit lustigen Reimen, Fingerspielen und Liedern möchte ich die Freude der Kleinen am Sprechen wecken. Das Zuhören beim Vorlesen eines Buches fördert die Konzentration und ebenso die Fantasie und die Kreativität. Rollenspiele und später auch Brettspiele veranlassen die Kinder gemeinsam in ein Gespräch zu kommen. Ich höre den Kindern zu und ermutige sie über das Erlebte und das, was wir gerade tun, zu sprechen.
Bewegung: Die Kinder können bei mir wunderbar Krabbeln und Laufen lernen, mit den Bobbycars und Dreirädchen in unserem Hof fahren, Straßenkreide malen und sich in unserem Hof austoben. Hier können Sie balancieren üben, klettern, hüpfen und in der Erde buddeln.
Der Garten regt zum Erleben der Natur an. Hier kann man barfuß laufen, mit Wasser spielen und die Vögel und Schmetterlinge beobachten. Durch das Angebot verschiedener Naturmaterialien wie z.B. Steine, Muscheln, Sand und Kies erfahren die Tageskinder viel über Beschaffenheit, Form, Farbe, Temperatur und Geruch.
Außerdem möchte ich mit den Kindern, wenn es das Wetter zulässt, im Hof malen, aus Kartoffeln Stempel schnitzen und picknicken. Wir werden Gemüse, Kräuter und Obst anpflanzen, beobachten wie es wächst, es dann ernten und natürlich auch probieren.
Die körperliche Wahrnehmung hat in den ersten Lebensjahren eine besondere Bedeutung für Ihr Kind und ist somit ein wichtiger Bestandteil meiner Arbeit. Offene Arme, sehende Augen, ein offenes Ohr und jede Menge Zeit schenke ich den Kindern, damit sie sich optimal entwickeln können.
Mathematische/Logische Entwicklung: Diese können wir jeden Tag in den unterschiedlichsten Situationen erlernen und üben. Es geschieht z.B. beim Treppensteigen, beim Tisch decken, beim Zählen der anwesenden Kinder oder beim Sortieren der Legosteine. Wir lernen viel über Formen, Farben, Größen und Gewicht.
Werte
Kinder begegnen der Welt grundsätzlich offen und entwickeln vom ersten Lebenstag an in der Interaktion Vorstellungen von sich selbst, der Welt und dem Leben mit anderen. So wird das eigene Denken, Erleben, Urteilen und Handeln zunehmend ausgeformt. Dabei müssen Kinder mit einer Fülle von Eindrücken, Erfahrungen, Anforderungen und Begegnungen zurechtkommen. In der Auseinandersetzung mit ihren Bezugspersonen (z.B. Gleichaltrige, Eltern, Erzieherinnen) bauen Kinder Werthaltungen und Einstellungen auf und entwickeln so ihre eigene Persönlichkeit. Jedes Kind hat das Recht auf eine individuelle Entfaltung der Begabung, Talente und Fähigkeiten, auf Achtung vor anderen, auf Freiheit, Frieden und Toleranz, Gleichberechtigung und auf Verantwortung für die natürliche Umwelt. Kinder entwickeln diese Werte als Orientierung für ihr eigenes Handeln unter der Voraussetzung, dass diese Werte auch von den Menschen vorgelebt werden, die ihnen als "Model" zur Verfügung stehen. Wichtig ist, dass Kinder in Ihrem Selbstbestimmungsrecht ernst genommen werden und den Umgang mit der Spannung von Freiheiten und Grenzen einüben können. Darin werde ich Ihre Kinder bestmöglich unterstützen.